Kurz gesagt
- Betrug am Handy kommt per SMS (Smishing), Messenger und Social Media. Das Ziel ist immer dasselbe: Geld, Codes oder Daten.
- Die häufigsten Maschen: Paket-SMS, der «Hallo Mama»-Trick, Code-Klau auf WhatsApp, falsche Gewinnspiele, Fake-Shops und Erpressung.
- Bestätigungscodes gibst du nie weiter – auch nicht an Freunde. Mit dem Code übernehmen Täter dein Konto.
- Im Zweifel: auf einem anderen Weg nachfragen, zum Beispiel die bekannte Nummer anrufen oder die App selbst öffnen.
01Warum Betrug am Handy so gut funktioniert
Am Handy lesen wir Nachrichten schnell, nebenbei und oft unterwegs. Genau darauf setzen Betrüger. Dazu kommt: Der Bildschirm ist klein, Links sind oft gekürzt, und eine WhatsApp von einem Freund wirkt automatisch vertrauenswürdig. Nachrichten per SMS heissen Smishing – eine Mischung aus SMS und Phishing.
Die Täter wollen fast immer eines von drei Dingen: dein Geld, einen Bestätigungscode für eines deiner Konten oder persönliche Daten wie Kartennummer, Passwort oder Fotos. Dafür bauen sie Druck auf – mit Eile, Angst oder einem verlockenden Gewinn.
Geld, Code oder Eile? Erst prüfen, dann tippen.
Frag auf einem anderen Weg nach: bekannte Nummer anrufen, App selbst öffnen, eine Vertrauensperson fragen.
02Die 8 häufigsten Maschen
Angeblich wartet ein Paket, es fehlt nur eine kleine Zollgebühr. Der Link führt auf eine gefälschte Zahlungsseite, die deine Kartendaten stiehlt.
Eine unbekannte Nummer gibt sich als Kind oder Freund aus: Handy kaputt, neue Nummer, dringend Geld nötig. Richtet sich oft an Eltern und Grosseltern.
Jemand bittet dich, einen 6-stelligen Code weiterzuleiten. Mit diesem Code melden sich die Täter mit deiner Nummer an und übernehmen dein Konto.
Du hast angeblich ein Handy oder Gutscheine gewonnen, ohne mitzumachen. Du sollst «nur die Versandkosten» zahlen – dahinter stecken Kartenbetrug oder Abo-Fallen.
Werbung auf TikTok oder Instagram mit riesigen Rabatten und «nur noch 3 Stück». Die Ware kommt nie an oder ist gefälscht, das Geld ist weg.
«Verdiene 200 Franken am Tag mit Likes» oder «Leih uns kurz dein Konto». Wer fremdes Geld weiterleitet, hilft bei Geldwäscherei und macht sich strafbar.
Ein kopiertes Profil eines Freundes, eines Stars oder eines Supports schreibt dich an. Name und Bild sind echt – das Konto dahinter nicht.
Jemand gewinnt dein Vertrauen, bekommt ein privates Bild und droht dann, es zu verbreiten. Du bist nicht schuld – hol dir sofort Hilfe (siehe Abschnitt 06).
03Echt oder Betrug?
Sechs Nachrichten, wie sie auf deinem Handy auftauchen könnten. Entscheide bei jeder: echt oder Betrug? Danach siehst du, woran man es erkennt.
Alle Nachrichten, Nummern und Adressen sind erfunden.
Weiter trainieren im Phishing-DetektivIn der App löst du Fall um Fall: echte Maschen, knifflige Details und Diamanten für jeden gelösten Fall. Gratis mit deinem IT-Quiz-Konto.Fälle lösen →04Der Handy-Check in 5 Fragen
Bevor du auf einen Link tippst, etwas bezahlst oder einen Code weitergibst, stell dir diese fünf Fragen. Ist bei einer die Antwort «ja» oder «weiss nicht», heisst es: stopp.
Eine unbekannte Nummer, ein neues Profil oder ein Name, der nur ähnlich aussieht, sind Warnzeichen.
Seriöse Dienste fragen nie per Nachricht nach Passwort, Code oder Kartennummer.
«Nur heute», «innert 2 Stunden», «sonst gelöscht» – Eile soll dich vom Nachdenken abhalten.
Lies den Domainnamen genau. Gekürzte Links und fremde Endungen wie .info oder .shop sind verdächtig.
Die bekannte Nummer anrufen, die App selbst öffnen oder eine Vertrauensperson fragen – nie über den Link in der Nachricht.
05So schützt du deine Konten
Die meisten Konto-Übernahmen lassen sich mit wenigen Einstellungen verhindern. Nimm dir fünf Minuten Zeit:
Unter Einstellungen → Konto eine eigene PIN festlegen. Dann reicht ein gestohlener SMS-Code nicht mehr, um dein Konto zu übernehmen.
In den Sicherheits-Einstellungen einschalten, am besten mit einer Authenticator-App. Mehr dazu im Artikel MFA und Passkeys.
Wer dein Profil und deine Nummer nicht sieht, kann dich schwerer gezielt anschreiben. Gruppen-Einladungen nur von deinen Kontakten zulassen.
Einen Bestätigungscode tippst du selbst ein – und zwar nur, wenn du ihn gerade selbst angefordert hast. Sonst ignorieren.
Updates schliessen Lücken. «Modifizierte» Apps von fremden Seiten können mitlesen.
06Was tun, wenn …?
Nicht antworten, nicht auf Links tippen, nichts bezahlen.
Absender blockieren und als Spam melden.
Wenn es um Freunde oder Familie geht: auf der bekannten Nummer anrufen.
Danach löschen – oder als Beweis aufbewahren, falls du Anzeige erstatten willst.
Code weitergegeben? WhatsApp sofort mit deiner Nummer neu einrichten, dann die Bestätigung in zwei Schritten einschalten und Kontakte warnen.
Kartendaten eingegeben? Sofort die Bank anrufen und die Karte sperren lassen.
Passwort eingegeben? Passwort ändern – überall, wo du es verwendest.
Geld verloren? Anzeige bei der Polizei erstatten.
Nicht zahlen. Beweise sichern. Hilfe holen.
Mach Screenshots von Profil und Nachrichten, bevor du blockierst. Sprich mit einer erwachsenen Vertrauensperson. Kostenlos und vertraulich hilft die Beratung 147 von Pro Juventute – per Telefon, Chat oder SMS. Erpressung ist eine Straftat: Die Polizei nimmt eine Anzeige ernst, und du bist nicht schuld.
07Typische Fehler
Konten werden gehackt und Profile kopiert. Bittet ein Freund plötzlich um Geld oder einen Code, frag auf einem anderen Weg nach.
Beim kleinen Betrag geht es nicht um das Geld, sondern um deine Kartendaten. Danach wird oft viel mehr abgebucht – oder ein Abo abgeschlossen.
Verifizierungs-Häkchen lassen sich auf manchen Plattformen kaufen oder im Profilbild nachmachen. Achte auf den genauen Namen und darauf, was das Konto von dir will.
Betrüger sind Profis, und es trifft auch Erwachsene. Wichtig ist nur, schnell zu reagieren und Hilfe zu holen – schämen musst du dich nicht.
08Mini-Quiz
6 Fragen zum Artikel – ohne Anmeldung, mit Erklärung.
?Häufige Fragen
Oft aus Datenlecks bei Online-Diensten, aus öffentlichen Profilen oder einfach durch automatisch erzeugte Nummern. Dass du eine Nachricht bekommst, heisst also nicht, dass die Absender dich kennen.
Ja. Jede Antwort zeigt den Tätern, dass die Nummer benutzt wird – dann kommen mehr solche Nachrichten. Nicht antworten, nicht auf Links tippen, Absender blockieren und die Nachricht löschen.
Richte WhatsApp mit deiner Nummer sofort neu ein und gib den Code aus der SMS ein, die du selbst anforderst. So wird das fremde Gerät abgemeldet. Danach die Bestätigung in zwei Schritten einschalten und deine Kontakte warnen, dass sie keine Nachrichten von «dir» beantworten sollen.
Beim Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) über das Online-Meldeformular, gefälschte Websites zusätzlich über antiphishing.ch. Wenn du Geld verloren hast oder erpresst wirst, erstattest du Anzeige bei der Polizei. Jugendliche erhalten bei der Beratung 147 von Pro Juventute kostenlos und vertraulich Hilfe.
Quellen: Bundesamt für Cybersicherheit BACS: aktuelle Betrugsmaschen und Meldeformular · Schweizerische Kriminalprävention (SKP): Betrug im Internet · Pro Juventute: Beratung 147 · WhatsApp-Hilfebereich: Konto schützen und wiederherstellen. Redaktion: IT Quiz, Stand September 2026. Fehler entdeckt? Schreib uns an hello@itquiz.ch.


