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WISSENKünstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz einfach erklärt.

KI schreibt Texte, erkennt Gesichter und filtert Spam. Aber wie lernt eine Maschine überhaupt? Hier probierst du es selbst aus: Du trainierst eine KI, stellst ein Neuron ein und lässt ein Sprachmodell Wort für Wort schreiben.

Kurz gesagt

  • KI sind Programme, die Aufgaben lösen, für die man sonst menschliche Intelligenz braucht. Heute steckt dahinter fast immer maschinelles Lernen: Das Programm lernt Muster aus Beispielen, statt Regeln vorgegeben zu bekommen.
  • Neuronale Netze bestehen aus vielen einfachen Rechenbausteinen mit Gewichten. Training heisst: die Gewichte so anpassen, dass die Ergebnisse stimmen.
  • Sprachmodelle wie ChatGPT sagen immer das wahrscheinlichste nächste Wortstück (Token) voraus. Sie klingen überzeugend, können aber Falsches erfinden (Halluzination).
  • Gut genutzt ist KI ein starkes Werkzeug: klare Prompts, Antworten prüfen und keine persönlichen Daten eingeben.

01Was ist KI?

Ein klassisches Programm folgt Regeln, die ein Mensch aufgeschrieben hat: «Wenn die Mail das Wort ‹Gewinn› enthält, dann ist sie Spam.» Das funktioniert, bis Spammer ‹G3winn› schreiben. Künstliche Intelligenz geht einen anderen Weg: Sie bekommt Tausende Beispiele und findet die Muster selbst.

KLASSISCHES PROGRAMM
RegelnDatenAntworten

Ein Mensch denkt sich alle Regeln aus. Neue Fälle brauchen neue Regeln.

MASCHINELLES LERNEN
DatenAntwortenRegeln

Das Programm leitet die Regeln aus Beispielen ab – und wendet sie auf neue Fälle an.

Die Begriffe stecken ineinander wie Zwiebelschalen:

02So lernt eine Maschine

Du bist die Trainerin oder der Trainer: Setze Beispiel-Mails als Spam oder normal. Die Farbe im Hintergrund zeigt, wie die KI jede Stelle einordnen würde. Verschiebe dann die Test-Mail.

↑ Links in der MailAusrufezeichen und GROSSBUCHSTABEN →

Diese KI arbeitet nach dem Prinzip «Frag die Nachbarn» (k-nächste-Nachbarn): Eine neue Mail bekommt das Etikett, das die drei ähnlichsten Beispiele haben. Probier «Falsche Beispiele»: Schon ein paar falsch beschriftete Mails verderben das Ergebnis. Fachleute sagen dazu «Garbage in, garbage out» – schlechte Daten, schlechte KI.

03Ein Neuron entscheidet

Grosse KI-Modelle bestehen aus Millionen bis Milliarden einfacher Rechenbausteine, den Neuronen. Jedes macht fast nichts: Es gewichtet seine Eingaben, zählt sie zusammen und entscheidet, wie stark es «feuert». Hier steuerst du eines selbst.

DIE FRAGE AN DAS NEURONFahre ich heute mit dem Velo?

Beim Training dreht niemand von Hand an den Gewichten. Das Modell sieht Beispiele mit der richtigen Antwort, misst seinen Fehler und passt alle Gewichte ein kleines Stück an – millionenfach. Bei grossen Sprachmodellen sind es Milliarden solcher Gewichte.

04Wie ChatGPT & Co. schreiben

Ein Sprachmodell wie ChatGPT zerlegt Text zuerst in Tokens – Wörter oder Wortstücke. Aus «Informatiklehre» werden zum Beispiel die Stücke:

Informatiklehre(Beispiel – jedes Modell zerlegt etwas anders)

Dann macht es immer wieder dasselbe: Es berechnet für jedes mögliche nächste Token eine Wahrscheinlichkeit, wählt eines aus und hängt es an. Die Temperatur bestimmt, wie mutig es wählt.

Wähle einen Satzanfang und die Temperatur – und lass das Mini-Sprachmodell Wort für Wort schreiben.

SATZANFANG
TEMPERATUR

Echte Modelle rechnen mit Zehntausenden möglichen Tokens und beziehen den ganzen bisherigen Text mit ein – das Prinzip ist aber genau dieses. Darum können zwei gleiche Fragen verschiedene Antworten bringen, und darum klingt eine falsche Antwort genauso überzeugend wie eine richtige.

05KI im Alltag

Spamfilter

Lernen aus Millionen markierter Mails, was Spam ist.

Gesichtserkennung

Face ID vergleicht dein Gesicht mit einem gelernten Muster.

Übersetzer

Haben aus riesigen Mengen übersetzter Texte gelernt.

Empfehlungen

Streaming und Social Media lernen aus dem, was du anschaust.

Navigation

Stauprognosen aus Bewegungsdaten vieler Handys.

Sprachassistenten

Wandeln Sprache in Text und Text in Sprache.

Chatbots

Beantworten Fragen im Kundendienst und beim Lernen.

Code-Assistenten

Schlagen beim Programmieren die nächsten Zeilen vor.

06Gute Prompts schreiben

Ein Sprachmodell kann nicht nachfragen, was du meinst. Je mehr es über Ziel, Vorwissen und gewünschte Form weiss, desto besser die Antwort. Baue den Prompt Stück für Stück zusammen:

DEIN PROMPT
MERKSATZ

Rolle, Aufgabe, Kontext, Format.

Und nie persönliche Daten: keine Namen, Adressen, Passwörter oder Kundendaten in einen Chatbot – was du eingibst, kann gespeichert und ausgewertet werden.

07Grenzen und Risiken

Halluzinationen

Das Modell erfindet Fakten, Zitate oder Quellen – und klingt dabei völlig sicher. Wichtiges immer mit einer verlässlichen Quelle prüfen.

Bias (Verzerrung)

Sind die Trainingsdaten einseitig, sind es auch die Antworten – etwa bei Bewerbungen oder Bildern von Berufen.

Deepfakes

Täuschend echte Bilder, Stimmen und Videos. Bei überraschenden Aufnahmen: Quelle prüfen, bevor du teilst.

Datenschutz

Eingaben können gespeichert und zum Training genutzt werden. Keine persönlichen oder vertraulichen Daten eingeben.

Veraltetes Wissen

Ein Modell kennt nur Daten bis zu seinem Trainingsstichtag – ausser es darf im Internet suchen.

Lernen abkürzen

Wer alles die KI machen lässt, lernt nichts. Nutze sie zum Erklären und Üben – nicht zum Abschreiben.

08Typische Irrtümer

«Die KI weiss es – sie hat ja das ganze Internet gelesen.»

Sie hat Muster aus Texten gelernt, keine geprüfte Datenbank. Darum kann sie Falsches überzeugend formulieren.

«KI ist neutral, weil sie ein Computer ist.»

KI übernimmt die Verzerrungen ihrer Trainingsdaten. Neutral ist sie nur so weit, wie die Daten es sind.

«KI-Detektoren erkennen KI-Texte sicher.»

Sie irren sich häufig – in beide Richtungen. Kein Detektor ist ein Beweis.

«Die KI denkt und fühlt wie ein Mensch.»

Sie berechnet Wahrscheinlichkeiten. Freundliche Formulierungen sind gelernte Muster, kein Gefühl.

09Mini-Quiz

6 echte Fragen aus IT Quiz – ohne Anmeldung, mit Erklärung.

?Häufige Fragen

Nicht so wie ein Mensch. Ein Sprachmodell berechnet, welche Wortstücke am wahrscheinlichsten folgen. Das wirkt oft verständig, beruht aber auf Mustern in Trainingsdaten – nicht auf Erfahrung oder Bewusstsein.

Das legen Schule und Lehrbetrieb fest – frag nach den Regeln. Grundsätzlich gilt: offen angeben, wo du KI genutzt hast, die Antworten prüfen und den Stoff selbst verstehen. In Prüfungen hilft dir nur, was du wirklich kannst.

Nein. KI-Detektoren liegen oft daneben und markieren auch menschliche Texte als KI. Verlässlicher ist, Inhalte zu prüfen: Stimmen Fakten und Quellen? Passt der Text zur Person?

KI ist der Oberbegriff für «intelligent» wirkende Systeme. Machine Learning ist der wichtigste Weg dorthin: Das System lernt aus Daten. Deep Learning ist Machine Learning mit grossen neuronalen Netzen, und Sprachmodelle sind eine Anwendung davon.

KI verändert die Arbeit: Routine-Code und Standardtexte gehen schneller. Umso wichtiger werden Grundlagen, Problemlösen, Sicherheit und das Prüfen von KI-Ergebnissen – genau das, was du in der Informatik lernst.

Quellen: EDÖB: Datenschutz und künstliche Intelligenz · Europarat: Rahmenkonvention über KI (von der Schweiz unterzeichnet) · Vaswani et al. (2017): Attention Is All You Need. Redaktion: IT Quiz, Stand September 2026. Fehler entdeckt? Schreib uns an hello@itquiz.ch.

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